Die Theater-AG spielte im März 2011:
Fitzgerald Kusz - Stücke aus dem halben Leben
 Von Nikos Papathan, Sebastian Löffler, Detlef Bähr und Guido Bosch
Bearbeitet von: Detlef Bähr, Nicolas Meßner, Yannick Gietz und Lukas Mayer

Aktualisiert am: 20.4.2011

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Der Autor der letzte Woche aufgeführten Stücke schreibt eigentlich für das hessische Publikum. Die unter dem Titel 'Sooch halt wos' bekannt gewordenen Stücke wurden für das nicht-fränkische Publikum ins Hochdeutsche übertragen. Dabei wählte man für die Sammlung den Titel "Geschichten aus dem halben Leben". 

Nicht nur in dieser Sammlung befasst sich der Autor mit den Eigenarten des (klein)bürgerlichen Lebens und erweist sich darin als scharfer Beobachter. Kein Wunder, bedenkt man, dass Kusz, dessen bürgerlicher Name - da wären wir wieder beim Thema... - Rüdiger Kusz lautet, vor seiner Tätigkeit als freier Schriftsteller Lehrer war. Der Nürnberger Kusz studierte einst die Fächer Germanistik und Anglistik und blieb seiner Heimat bis auf einen einhährigen Auslandsaufenthalt in England stets treu. 


Stehcafe 4

Die Suppe

Die Zwerge

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Stehcafe 5

Frau Nachbar

Stehcafe 7

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Besser wie Nix

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Hilflos

Zweikampf 3

Stehcafe 9

Fortsetzung folgt

Tagesschau

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Zweikampf 4

Bedenkzeit

Die Zeitungsmeldung

Zehn Pfennig für die Tiere

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- REZENSIONEN -

Ein ganzes Stück vom halben Leben

Eine Rezension von Bob Blume

Die Theater-AG des Scheffel-Gymnasium widmet sich dem ganz normalen Wahnsinn menschlicher Beziehungen und lässt die Zuschauer teilhaben an der zuweilen verbissenen, sehnsüchtigen und hoffnungslosen Suche nach dem bisschen Anerkennung, dem bisschen Liebe, dem bisschen Beziehung, das dem Leben das verleiht, wonach doch jeder sucht: einem eigenen Sinn. Wer die großartige Inszenierung Mario Di Clementes und seiner Truppe verpasst hat, ist selbst Schuld.

Die Lichter gehen aus und man sieht nichts mehr. Nur ein paar ächzende Stühle und leises Wispern erfüllen den Raum. Dann ist es still. Was folgt, ist eine Szenenfolge, die zunächst unterschiedlicher nicht sein könnte. Hier unterhält sich das auseinandergelebte Paar vor dem Fernseher, der schon lange, so scheint es, den Lebensmittelpunkt der verloschenen Liebe bildet. Dort lauscht die einsame Frau ihrer Nachbarin, ihre Aufregung schwillt an, sie schimpft, nur um dann doch zu offenbaren, wie sehr sie sich die Verhasste als Freundin wünscht. Hier spricht der resignierte Kneipenbesucher mit der neugierigen Barfrau, dort kämpft sich der isolierte Einzelgänger durch die Traube der Angepassten. Jede einzelne Szene wäre es wert, besprochen zu werden. Sie alle haben eins gemeinsam: Die Figuren, die die Zuschauer hier sehen, sprechen miteinander und verstehen sich doch nicht. Sie alle suchen nach dem Sinn und Zweck ihrer Existenz und zerstören ihn aus Rücksichtslosigkeit. Sie schreien, sie zetern, sie lamentieren, sie fluchen und schimpfen und suchen die Schuld bei allen anderen – nur nicht bei sich selbst. Als Zuschauer ist man zwiegespalten: Soll man lachen ob der verloren dreinschauenden Person im Hochzeitskleid, die auf die 15 Minuten Tagesschau wartet, um den Sprecher als ihren imaginären Mann anzusprechen? Soll man mitleiden mit dem Mann, der den Wert seiner Ehe erst erkennt, als der Tod seiner Frau ihn die Einsamkeit lehrt? Ja und nochmals ja.

Eine tragisch-komische Inszenierung, die die Unzulänglichkeiten des Lebens in schnellem, fast manisch-depressivem Wechsel verhandelt, auf eine solch überzeugende Weise darzustellen, ist die besondere Leistung der Schauspieler. Jeder, sei er „nur“ ein Gartenzwerg im Hintergrund oder eine von vielen in Schwarz gehüllten Figuren, ist zu jeder Zeit bei der Sache. Jedem nimmt man den Schmerz und die Qual ab, die das Leben ihm oder ihr abverlangt. Und immer wieder schimmert das Verlangen durch, die Situation zu verändern, sei es durch die Aufspaltung in mehrere Ichs, eine Puppe als Gesprächspartner oder eine teuer erkaufte Freiheit, in der der eigene Sohn dem Selbstverwirklichungstrieb der gescheiterten Mutter zum Opfer fällt.

Und während man schaut und staunt und lacht, wird man nachdenklich und fragt sich, ob das Ganze noch Theater ist. Man selbst würde niemals so werden, oder doch? Was die vierzehn Schauspielerinnen und Schauspieler, die fünf Techniker und die Regie in Gestalt von Mario di Clemente hier in schweißtreibender Arbeit und unter machen Qualen, die die Schauspielerei mit sich bringt, geschafft haben, ist mehr als eine kurze Aufführung: Es ist ein ganzes Stück vom halben Leben.

 


Lahrer Anzeiger, 26.3.2011


Lahrer Zeitung, 26.3.2011


Eine Vielfalt an Emotionen

Die Theater-AG des Scheffelgymnasiums hat Szenen von Fitzgerald Kusz aufgeführt.

 

Zum Artikel der Badischen Zeitung vom 26.3.2011


 

 

 

 
 

Programmauszug:

 

Probenmomente mit Mario di Clemente:


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