|
Leben
in Sand und Müll
Wind - Sand - Perlensterne!
Von Christine Götz |
|
Aktualisiert am: 13.12.2011 |
|
Kontakt: Webmaster |
|
|
|
 |
|
Perlensterne für Katatura - Verkauf
während des Adventlichen Schulfestes am 15.12.2011
|
|
 |
|
Ein Besuch beim Hilfsprojekt des Scheffel-Gymnasiums in
Swakopmund / Namibia
|
Während einer Namibiareise bot es
es sich an, das Sozialprojekt unserer Schule in Swakopmund zu besuchen,
das einen neuen Teil der über 100 verschiedenen, nach der Township
Katatura im 300 km entfernten Windhoek
benannten Projektgruppe bildet. Frau Jutta Rohwer, die ehemalige
und leider viel zu früh verstorbene Direktorin des Roten Kreuzes in
Namibia, hat diese Projekte für
Frauen, Kinder, behinderte
Kinder, Waisen, und Aids-Kranke gegründet. Katatura
bedeutet: Der Platz an dem ich nicht leben möchte. Während der Zeit der
Apartheid-Gesetze unter südafrikanischer Verwaltung
wurde der Ortsteil als Township gegründet, als man Schwarze und
Weiße strikt trennen wollte. Heute
gibt es in dieser Township Steinhäuser mit verschiedenem Komfort, aber
auch viele Hütten aus glänzendem Wellblech und auch aus verschiedenen
Materialien wie Holzabfällen und Pappe. Es gibt Schulen und ein
Krankenhaus, kleine und größere Märkte.
|
Die Township von Swakopmund mit Namen Mondesa zeigt
ebenfalls verschiedene Bauten, die auf von der Kommune abgesteckten Arealen
entstanden sind. „Unser Projekt“ liegt
einige km außerhalb der Township und ist erst in den letzten 2-3 Jahren durch
ungeordneten Zuzug von Menschen aus ländlichen Regionen des dünn besiedelten
Landes entstanden. Hier wohnen überwiegend Frauen, deren Männer an AIDS
gestorben sind oder sich nicht um die Familie kümmern. Nicht selten haben
Frauen mehrere Kinder von verschiedenen Männern, von denen sich keiner um die
Familie kümmert. Die Frauen, ohne Einkommen, suchen das Essen für sich
und ihre Kinder auf der nahen Müllhalde.
|
|
Für diese Frauen gibt es jetzt ein Projekt, wo sie sich
einmal die Woche in einem kleinen Areal unter der Leitung von Frau Anja
Rohwer, der Tochter von Jutta Rohwer, treffen und zum Anfertigen von
Perlenarbeiten angeleitet werden, die dann an Touristen verkauft werden
sollen. Momentan kümmert man sich in einem kleinen Laden am Rande der
Innenstadt von Swakopmund um den Verkauf der Produkte aus verschiedenen
Projekten. Unsere Spende von 1 400
€ soll nun für die Allerkleinsten
frühzeitig gefördert und ihren Müttern
die Gelegenheit gegeben werden, zumindest teilweise für ihren Lebensunterhalt
zu sorgen und von Spenden unabhängig zu machen. Auf einem Solarkocher (Bild)
wird 2x pro Woche für die Teilnehmerinnen des Projektes und deren Kinder
gekocht. Frau Rohwer will zwar mit ihren Projekten auch
die schlimmste Not lindern, aber vor allem Hilfe zur Selbsthilfe geben. Ziel
ihrer Projekte ist es, die Frauen zu befähigen, selbstverantwortlich für den
eigenen Lebensunterhalt zu sorgen. Bis dahin ist noch ein weiter Weg zurückzulegen.
|

|
Unter den 40 Frauen, die an den Projekten teilnehmen,
herrscht eine schier babylonische Sprachverwirrung, mindesten sieben
verschiedene Owambo-Sprachen werden gesprochen und nur wenige können sich
auch in der Sprache der Nachbarin unterhalten. Die Amtssprachen sind Englisch
und Afrikaans, eine besondere Ausprägung des Niederländischen, wie sie auch
in Südafrika vorherrscht. Deutsch ist allgegenwärtig in der Innenstadt und
auf den Farmen. Innerhalb des Frauenprojektes müssen die Begabteren
mehrsprachigen oft dolmetschen. Unter
diesen Bedingungen ist auch eine Alphabetisierung der Teilnehmerinnen sehr
schwierig. Für die Perlenarbeiten muss man rechnen und zählen können, was
unter diesen Bedingungen auch oft schwer an die Frau zu bringen ist. Frau
Rohwer braucht viel Geduld für ihre Arbeit, da die Frauen nie irgendein Recht
auf Eigeninitiative hatten und in streng organisierten Großfamilien gehorchen
mussten. Meist stammen sie von Hirtenvölkern, die keinen Zukunftsbegriff
haben, demzufolge keine Zukunftsplanung betreiben können
und keine Vorratshaltung kennen. Die Nahrung ist eiwiß- aber nicht
Vitamin-reich. Man lebt von Fleisch und Fisch, wenn möglich. Gemüse wird oft
abgelehnt. Wo sollte es auch in einem Land wachsen im Trockengürtel, in der
Trocken – und Dornsavanne wachsen, wo man nur unter größten
Schwierigkeiten auf den europäisch bewirtschafteten Farmen kleine bewässerte
Gärten anlegen kann.
|
Als nächste Aktion träumt Anja Rohwer von einer Krankenstation und
einer Vergrößerung des eingezäunten Geländes. In einem Staat mit mehr
als 50% Arbeitlosen schützen selbst die Ärmsten ihr spärliches Eigentum.
(siehe Bild).
|
 |
|
|
|
|
 |
Bericht der Projektleiterin über das Hilfsprojekt |
|
|
|
Bildergalarie |
 |
 |
|
 |
 |
 |
 |
 |
 |
 |
 |