Ein Beitrag zum Landesjubiläum Baden-Württemberg

Zeitzeuge Dr. Philipp Brucker

Aktualisiert am: 5.5.2002

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Dr. Philipp Brucker

Lahrer Oberbürgermeister a.D., zu Gast beim Baden-Württemberg-Tag im Scheffel-Gymnasium am 25.April 2002. Er schilderte mit seiner unnachahmlichen (Mund-) Art temperamentvoll, direkt und mit viel Humor als Zeitzeuge nicht nur anschaulich den Kampf der Altbadner gegen den Zusammenschluss Badens und Württembergs im Jahre 1952, sondern holte aus zu einem geschichtlichen Abriss bis zurück zu den Anfängen der Alamannen, deren Knochen er sogar in urschwäbischen Gegenden "ausgegraben" und daraus die Abstammung der Schwaben von den "badischen" Alamannen geschlossen hat. (Die Reaktionen in schwäbischen Gefilden kann man sich denken...)

Zwei unterhaltsame und durchaus im guten Sinne "lehrreiche" Stunden für die Scheffel-Oberstufenschüler, von denen sich bei einer Abstimmung nur eine Handvoll noch als "Badener", die überwiegende Mehrzahl eher als "Baden-Württemberger" empfindet, eine Tatsache, die der liberale Realist Brucker ganz normal findet.

-> Brucker, der alamannische Dichter

-> Buchtipp: Alleritt

Anekdoten über Badener und Württemberger

Eindrücke von Mareike Kiefer (Jg. 12)

Zum fünfzigsten Jubiläum von Baden-Württemberg fand ein unterrichtsfreier Tag statt, an dem die Klassen mit ihren Lehrern einen Ausflug machen durften, um unser schönes Umland zu erkunden. Für die Jahrgangsstufen zwölf und dreizehn jedoch gab es einen Vortrag des langjährigen Oberbürgermeisters von Lahr, Dr. Philipp Brucker. Er sprach über die „Geburtswehen“ von Baden-Württemberg. Der Zusammenschluss scheint nicht das Einfachste gewesen zu sein, da viele „Badener“ dagegen waren, um ihre Unabhängigkeit und ihre familiäre Atmosphäre im Kleinstaat nicht zu verlieren. Hätte man diese bei dem dritten Wahlgang nicht überlistet und alle Stimmen zusammen ausgezählt, so gäbe es wohl heute noch kein Baden-Württemberg.

Zum Schluss erzählte er uns noch eine nette Anekdote, wie es zu Baden und Württemberg gekommen ist, die ich nun gerne sinngemäß wiedergeben möchte:

Es fand eine Völkerwanderung vom Norden herab in den Süden statt, da es im Süden wärmer und schöner war. Die Fußlahmen, die ihre Laufbandagen falsch gebunden hatten und Blasen bekamen, blieben in Stuttgart und jene, die noch kräftig und fit waren, wanderten über den Schwarzwald hinein ins schöne Baden. Infolgedessen können Badener also nur von guter Gesundheit und Fitness sein. Die Schwaben hingegen??? Man weiß es nicht... Oder ich möchte einfach keine Stellung dazu nehmen! Na ja, zum Schluss war jedoch eines klar, wir sind alle Alamannen und haben uns in fünfzig Jahren gemeinsamer Arbeit gut bewährt!

Und noch zwei prägnante Aussagen von Dr. Philipp Brucker:

  • Wir sind Badener und können alles außer Hochdeutsch!
  • „Schwobe schaffe, Badener denken!!“

 

Geschichte lebendig gemacht

Eindrücke von ...? (Jg. 12)

Der ehemalige Oberbürgermeister der Stadt Lahr, Dr. Philipp Brucker, berichtete anlässlich des 50jährigen Jubiläums des Bundeslandes Baden-Württemberg über die "Geburtswehen" im Jahre 1951/52. Philipp Brucker studierte damals in Freiburg und erlebte die Diskussion um die Zusammenlegung der beiden Länder Baden und Württemberg 1952 hautnah mit. Seine Ausführungen beruhen auf eigenen Erfahrungen und dank seiner humorvollen Anekdoten wurde uns die Geschichte unserer Heimat lebendig. Bis heute sind die fast klischeehaften Gegensätze noch immer nicht vollständig überwunden und Floskeln wie "Schwobe schaffe, Badner denke" bei vielen noch verankert. Überwältigt von der Redekunst Philipp Bruckers und mit einigen wirklich interessanten und überraschenden Erkenntnissen über unsere Heimat Baden-Württemberg gingen wir mit angeregten Diskussionen in das 50jährige Jubiläum.
 

Mit viel Temperament fesselte Dr. Brucker zwei Stunden lang die Schüler.

 


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