1804 – 2004
Das Scheffel- Gymnasium feiert
seine 200jährige Geschichte

Wie funktioniert Politik?
Podiumsgespräch
am Scheffel-Gymnasium in Lahr 

Aktualisiert am: 21.10.2004

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Badische Zeitung Online vom Samstag, 16. Oktober 2004 

Die MdBs und MdLs saßen im Scheffelgymnasium auf dem Podium und gaben Auskunft

Von unserer Mitarbeiterin Juliana Eiland-Jung

LAHR. Vor allem Schüler der Mittel-und Oberstufe nutzten am Mittwoch- abend im Scheffel-Gymnasium die Möglichkeit, sich über die Fragen "Wer macht Politik? Was macht die Politik?" zu informieren. Im Rahmen der 200-Jahr-Feiern war es den Veranstaltern gelungen, bis auf den erkrankten Peter Weiß (MdB) alle Landtags- und Bundestagsabgeordneten des Wahlkreises an einen Tisch zu bekommen.

Geleitet wurde die Diskussion von Wolfgang Schwab, Lehrer für Französisch, Geschichte und Politik, der mit der Frage nach dem Frauenanteil in der Politik die reine Männerriege auf dem Podium zu ersten Stellungnahmen einlud. Alexander Bonde, Mitglied der Bundestagsfraktion der Grünen, Peter Dreßen, MdB der SPD, Helmut Rau, CDU-Landtagsabgeordneter und Staatssekretär im Kultusministerium, und Walter Caroli, der als Landtagsabgeordneter und Stadtrat für die SPD auf dem Podium saß, bezogen jeweils deutlich Position für ihre Parteien und deren Politik, doch zu einer echten Diskussion, bei der die verschiedenen Standpunkte sich in einem Streitgespräch hätten bewähren müssen, kam es bei keinem der Diskussionspunkte.

Aufmerksam zuhören mussten die Jugendlichen im Publikum, denn das Bekenntnis der SPD-Vertreter zur Frauenquote und die Ablehnung Raus zu diesem Regelungsinstrument oder später die feinen Unterschiede zwischen Direktmandat und der Wahl über eine Parteiliste setzten doch einige Vorkenntnisse voraus. Deutlich nach "Lehrplan" klang die Frage, wie Helmut Rau, der als Abgeordneter und Staatssekretär Vertreter der Legislative der Exekutive zugleich ist, mit diesem Umstand umgehe. Rau sah darin eher eine nützliche Verbindung als einen Konflikt.

Die Frage nach dem Alltag der Berufspolitiker, nach dem Spagat zwischen Wahlkreis und der Präsenz im Bundes-oder Landesparlament konnten die Politiker konkreter beantworten. Von der großen Arbeitsbelastung erzählten sie, aber auch vom Spaß, den sie am politischen Gestalten haben. Nach über einer Stunde waren dann Fragen aus dem Publikum zugelassen. Nachdem zunächst von Eltern- und Lehrerseite Nachfragen nach Frauen- und Bildungspolitik gestellt wurden, trauten sich auch die Schüler aus der Reserve. Fragen nach der Zuwanderungspolitik, nach den Ursachen für den Erfolg radikaler Parteien bei den letzten Wahlen oder nach den politischen Konzepten im Kampf gegen die Arbeitslosigkeit zeigten das breite Interessenspektrum der Jugendlichen.

Bei der Frage, wie man Jugendliche für Politik interessieren könne, verwiesen alle Redner auf die Jugendorganisationen der Parteien, die "besser sind als ihr Ruf" (Bonde). Helmut Rau forderte mehr eigenes Engagement der Jugendlichen ein, gab allerdings zu, dass "politische Debatten für Neueinsteiger nicht der Knaller" seien. An die Adresse der eigenen Politiker-Zunft gerichtet sagte er: "Uns muss man in die Pflicht nehmen, ihnen als vernünftige Gesprächspartner zur Verfügung zu stehen". Dafür, so Schulleiter Fritz Godenschwege zum Schluss, soll auch im nächsten Jahr wieder bei einer politischen Diskussion im Scheffel Gelegenheit sein.

 


Impressionen

Diskussionsleiter Wolfgang Schwab

 

Interessierte Zuhörerschaft


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