Badische Zeitung vom Donnerstag, 13. Mai 2004
Reges Interesse an der Hilfe für die
Dritte Welt
MdB Peter Weiß im Scheffel
LAHR (frb). Desinteresse an Politik kann
man den Schülern am Scheffel-Gymnasium wirklich nicht vorwerfen. Als
vergangenen Montag der Bundestagsabgeordnete Peter Weiß in die Schule kam,
beteiligten sich die Schüler der elften und zwölften Klasse rege an einer
Diskussion zu den Themen Entwicklungshilfe und Globalisierung.
Sarah Jäckle zeigte sich zufrieden:
"Ich hatte zuerst das Gefühl, dass Peter Weiß uns Politiker-typisch
ausweichen wird, aber dann ist er doch auf unsere Fragen eingegangen."
Der 12-Klässlerin und ihren Freundinnen hat das zweistündige Gespräch mit
Peter Weiß gefallen. "Er hat sehr detailliert geantwortet und ich
hatte das Gefühl, dass er ehrlich war", sagte auch Manuela Kern.
Der Abgeordnete des Wahlkreises
Emmendingen/Lahr ist im Bundestag vor allem auf dem Gebiet der
Entwicklungszusammenarbeit tätig. Das Scheffel-Gymnasium hatte ihn als
Spezialisten für die Dritte Welt und Entwicklungspolitik eingeladen. Nach
einem kurzen Vortrag des Politikers hatten die Schüler das Wort. Sie
stellten viele Fragen, die ein umfangreiches Hintergrundwissen erahnen ließen:
"Schafft es die Organisation S21 die Weltarmut zu halbieren?",
"In wie fern sollte sich die Politik in die Globalisierung der Firmen
einmischen?", "Könnte ein europäischer Außenminister die
Unstimmigkeiten der einzelnen Länder in Sachen Entwicklungspolitik
regeln?" und natürlich "Was können wir als Jugendliche für die
Dritte Welt tun?"
Wenn Peter Weiß sich in Beispielen verlor
oder eine Frage nicht ausreichend beantwortet hatte, scheuten sich die Schüler
nicht nachzuhaken. Mit ihren provokanten Fragen, entlockten sie ihrem
politischen Gast sogar einige Zugeständnisse: "Ist die
Entwicklungspolitik nicht manchmal ein wenig blauäugig?, fragte eine Schüler
geradeheraus. Weiß erwiderte: "Das gebe ich gerne zu. Aber wir lernen
aus unseren Fehlern."
Besonders neugierig waren die Schüler auch
auf die Geschichten, die Peter Weiß von seinen Geschäftsreisen ins Ausland
zu erzählen hatte. Zum Schluss gab es Tipps für all jene, die sich für
einen Job im Bereich Entwicklungshilfe interessieren: viele Sprachen lernen,
ein Studium abschließen und einfach bewerben, denn, so Weiß: "In der
internationalen Gremium sitzen zu wenig deutsche Mitglieder."